Ergebnisse Umfrage Impfbereitschaft

10.09.2021

Umfrage: Mehrheit der Innsbrucker Studierenden gegen Impfpflicht an Hochschulen

Eine anonyme Umfrage unter Studierenden der Leopold Franzens Universität Innsbruck ergab, dass über 56 Prozent der Befragten eine mögliche Kopplung des Bildungszugangs an die Covid-19-Impfung strikt ablehnen.

Insgesamt nahmen 1.286 Studierende aller 16 Fakultäten der LFU an der Erhebung teil. Durchgeführt wurde die Befragung von der Initiative „Studenten stehen auf“. Der Umfrage zufolge ist eine deutliche Mehrheit der Studierenden mit den geplanten Neuregelungen an der Medizinischen Fakultät Innsbruck, welche die Corona-Impfung ab dem Wintersemester 2021/22 zur Studienvoraussetzung für alle Erstsemester machen möchte, nicht einverstanden. Die Umfrage ergab weiterhin, dass Studenten und Studentinnen, welche sich bereits impfen ließen, dies mehrheitlich aus dem Glauben heraus taten, sie könnten dadurch andere Menschen schützen. Schließlich wurde dies bis dato vonseiten der Politik suggeriert. Dabei hätten die Befragten wissen müssen, dass Geimpfte nicht zwingend ein geringeres „Überträgerpotential“ aufweisen, oder wurden sie schlicht nicht richtig aufgeklärt? Dies würde bedeuten, dass hunderte junger Erwachsener zur uninformierten Teilnahme an einer medizinischen Studie verleitet wurden. 18 Prozent der befragten Studierenden gaben an, sich nicht impfen lassen zu wollen, denn:

„Der Grund, wieso ich mich nicht impfen lassen möchte ist, weil die Impfstoffe Notfallzulassungen sind. Ich will mit den jetzigen Impfstoffen keine Risiken eingehen. Wenn es möglich ist, würde ich auf die Impfstoffe warten, die ihre klinischen Studien beendet haben.“

„Es ist höchst bedenklich, dem Menschen angeborene Freiheiten an einen Eingriff am eigenen Körper zu koppeln. Das Impfen mit “Solidarität” gleichzusetzen entbehrt jeglichem Verstand, da geimpfte Personen das Virus dennoch übertragen.“

„Die Präparate sind noch experimentell. Ich lasse mich auf keinen Fall impfen!“

Soll diesen „Impfunwilligen“ nun in Zukunft der Zutritt zum Universitätsgelände verweigert werden?

Sehnsucht nach Normalität trieb bereits Hunderte zur Nadel

„Wenn genug geimpft sind, fällt hoffentlich die Maskenpflicht. Dazu will ich meinen Teil beitragen“

„Als Pendler ist [die Impfung d. Verf.] angenehmer, als sich immer testen zu lassen“

So oder so ähnlich lauten für 50 Prozent der bereits Geimpften häufig die Argumente. Die bittere Enttäuschung: Obwohl die Mehrheit der Studierenden bereits geimpft ist, führte dies zu keiner Änderung der bestehenden Hygienekonzepte mit Masken und Abstand. Auch die sogenannte „Herdenimmunität“ sowie die Hoffnung, durch eine Injektion weitere Mutationen verhindern zu können, verleitete viele Untersuchungsteilnehmer zur Spritze. Doch auch diese Versprechen erwiesen sich nach heutigem Datenstand als Farce. Nichts davon ist eingetreten. Ganz im Gegenteil, mit der „Delta-Variante“ wird schon für den nächsten Schuss mobilisiert.

Impfpflicht für alle Erstsemester an der Medizinischen Universität Innsbruck

Die nun thematisierte Impfflicht für alle neu Inskribierten der Medizinischen Universität Innsbruck, ab dem Wintersemester 2021/2022, ist ein Schock. Aktuellen Pressemitteilungen zufolge, habe die MUI mit dem Land Tirol „kurzerhand die Möglichkeit einer mit der Einschreibung verknüpften sofortigen Impfung“ organisiert. Für die Teilnahme am Lehrbetrieb im klinischen Bereich ist der Nachweis einer vollständigen Immunisierung vorgesehen:

„Die Impfung ist, mit medizinisch attestierten Ausnahmen, Voraussetzung für die Teilnahme am Lehrbetrieb. Wir glauben, dass das für angehende Medizinerinnen und Mediziner zumutbar ist. […]“

so Rektor Fleischhacker. Er rechne deshalb damit, dass die Durchimpfungsrate der MUIStudierenden von derzeit 80 auf über 90 Prozent zu Semesterbeginn steigen wird. Auf die Empörungswelle in Form zahlreicher E-Mails folgten Beschwichtigungsversuche: „Wir streben es an, dass möglichst alle Studierenden (im Übrigen auch möglichst alle MitarbeiterInnen) geimpft sein sollten. Diese meine Haltung entspricht auch der mir als Rektor übertragenen Fürsorgepflicht. Natürlich kann es Ausnahmen geben, diese müssen jedoch medizinisch gerechtfertigt sein (Hervorhebungen durch Autor). Eine Impfpflicht kann und will ich nicht generell verordnen, vielmehr setze ich auf das Verantwortungsbewusstsein aller Angehörigen unserer Universität. Schon jetzt ist der größte Teil unserer Studierenden geimpft, das gleiche gilt für die MitarbeiterInnen im klinischen Bereich.“

Wird unsere zukünftige Elite in die Prostitution gezwungen?

Für viele junge Erwachsene fühlt es sich zumindest so an, denn sie sollen ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung für ihr Recht auf Bildung verkaufen. Der ausgeübte Druck ist enorm. Sollte sich die forcierte Impfpflicht der MUI durchsetzen, ist zu befürchten, dass diese nicht auf medizinisch-gesundheitliche Bereiche beschränkt bleiben wird. Was sollte zukünftig noch gegen einen obligatorischen Immunitätsnachweis an öffentlichen Bildungseinrichtungen sprechen? Es besteht dringendster Handlungsbedarf.

Statement der Initiative „Studenten Stehen Auf“

Seit drei Semestern herrscht an Österreichs Universitäten Ausnahmezustand. Wo die Gelände anfangs gespenstisch brachlagen, ist nun scheinbar wieder Leben eingekehrt. Doch der Schein trügt: Kein Zutritt ohne 3G-Nachweis und Maske. Die Universität ist als Narrenschiff in ihr zweites Leben wiedergekehrt. Die Austrocknung der „Oase des offenen Diskurses und der Meinungsvielfalt“ hatte 2020/21 ihren Höhepunkt. Das Meinungsmonopol an den Universitäten und Hochschulen hat zunehmend zu Diskriminierung und Diffamierung Andersdenkender sowie kritischer Studenten geführt, welche sich dadurch näherkamen und vernetzten. “Studenten stehen auf” (“Stauf”) heißt die deutsch-österreichische Initiative, welche sich hauptsächlich durch Ortsgruppen auf Telegram organisiert. Mit Präsenz auf Demos, Schreiben an Universitäten, Verteilen von Flyern und weiteren Aktionen versuchen auch wir, uns im Trubel der Zeit zurechtzufinden, aufzuklären, zu vernetzen, zu unterstützen und wo nötig neu zu orientieren. Wir stehen ein für die Verteidigung unserer Grund- und Freiheitsrechte. Die Impfpflicht für Studenten stellt eine Missachtung des Rechts auf Bildung sowie des freien Hochschulzugangs in Österreich dar. Innsbrucks Studenten sagen NEIN zu diesem Vorgehen und fordern alle Kommilitonen auf, aktiv zu werden. Zeigt Solidarität und haltet mit uns Stand um diesen zeitgeistigen Verirrungen an unseren Bildungseinrichtungen Einhalt zu gebieten. Ganz praktisch könnte das bedeuten, dass Volksbegehren „Impfpflicht: Striktes NEIN“ zu unterzeichnen, was vom 20. bis 27. September möglich ist. Auch eine E-Mail an den Bildungsminister oder eure Universitätsleitung wäre eine gute Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Besser ist es jedoch, ihr schließt euch uns an!

1. Wie alt bist du?

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2. An welcher Fakultät studierst du?

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3. Wurde der Fortschritt deines Studienerfolgs durch die Covid-Sicherheitsmaßnahmen behindert?

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4. Wie stehst du der Testpflicht vor Präsenzlehrveranstaltungen gegenüber?

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5. Würdest du dich gegen Covid-19 impfen lassen?

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6. Was sind deine Beweggründe für eine Covid-19-Impfung?

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7. Wärst du damit einverstanden, wenn der Hochschulzugang an eine Impfpflicht gekoppelt werden würde?

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8. Wie stehst du einer generellen Covid-Impfpflicht gegenüber?

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9. Hast du sonst noch Anmerkungen?

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