Dialektischer Feldzug zur Befreiung der Sprache

11.05.2021

Autor: Daniel Lewitz

Teil I: Verschwörungstheorie

Vor dem Hintergrund der voranschreitenden globalen Agenda der Weltelite und dessen konzertierte Umsetzung durch Staats- und Konzernkooperationen sowie der umfassenden Zombifizierung der Gesellschaft wurde mir eines ganz klar: „Es wurde alles gesagt!"

Es ist alles an Informationen vorhanden, um sich einen kritischen Standpunkt anzueignen und gegebenenfalls auch seine Konsequenzen aus diesen Informationen zu ziehen. Seien es die analytischen Ausführungen eines Rainer Mausfeld, Gunnar Kaiser, Ernst Wolff, Sucharit Bhakdi oder anderen bedeutenden Wissenschaftlern oder Fachleuten, es gibt mittlerweile unzählige Stimmen aus jeder Schicht und aus jedem Berufsstand, die wichtiges Wissen zur Aufklärung der Tatsachen beitragen. Die Gründe, weshalb keine sachorientierte Aufklärung – in einem Maße, das zur Veränderung beiträgt – stattfindet, liegen, kurz gesagt, in der Natur des Menschen, genauer: seiner psychischen Konstitution. Die Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Tversky erhielten 2002 den Nobelpreis für die sogenannte Prospekt Theorie/Neue Erwartungstheorie. Ihre Arbeit gibt detailliert darüber Aufschluss, dass der Mensch nicht auf rationaler Basis Entscheidungen trifft, sondern hauptsächlich auf Grundlage von Gefühlen …

Dieses Wissen wurde vorrangig in Herrschaftsriegen über das letzte Jahrhundert in sogenannten Think-Tanks/Denkfabriken verwendet, um Techniken zur Einflussnahme auf die menschlichen Gefühle und somit letztendlich ihre Entscheidungen zu entwickeln und zu verfeinern. Dieses Themenfeld ist riesig und soll an dieser Stelle nicht weiter vertieft werden.

Mein Versuch, die Widerstandsbewegung zu stärken, soll die Befreiung unserer Sprache sein. Besonders schwerwiegend ist, dass man uns kollektiv seit Aufkommen des Begriffs „Verschwörungstheorie" einredet, unsere Ideen seien wirr und niederträchtig, wir würden Fiktion und Fakten vermischen und so das Gemeinwohl gefährden. Die Angst der Menschen, auf solche Verschwörungstheorien hereinzufallen, ist sehr groß. Ich habe das zuallererst bei mir selbst festgestellt. Etwa in der 12. Klasse hat im Geschichtsunterricht ein Mitschüler einmal ganz offen die 9/11 Terroranschläge als inszeniert bezeichnet. Als er dies ausgesprochen hatte, überkam mich ein Gefühl der Empörung und des Unverständnisses. Ich lehnte das, was er gesagt hatte, komplett ab, obwohl ich mir von diesem Ereignis kein Bild gemacht hatte und zu diesem Zeitpunkt noch unpolitisch war. Dieses Gefühl der Aversion war in der ganzen Klasse spürbar… Heute weiß ich, warum ich damals auf diese Äußerung so voreingenommen reagiert habe. Ich habe dieses Gefühl der empörten Ablehnung immer wieder erlebt und ich entdecke es heute verstärkt bei vielen Menschen egal welchen Berufsstandes oder welcher Herkunft.

Daniele Ganser hat das Unbehagen, das ich eben beschrieben habe, einmal sehr unterhaltsam ausgedrückt, indem er sinngemäß gesagt hat: „Verschwörungstheorien brauchen wir nicht und wir wollen schon gar nicht mit einem Verschwörungstheoretiker zusammen in einem Raum sein." Eine ehemalige Freundin, mit der ich nach langer Zeit mal wieder über einen Messenger Kontakt hatte, reagierte derart entsetzt auf meine Interessen und wollte mich einmal darauf aufmerksam machen, dass ich auf Verschwörungstheorien hereingefallen sei. Ich fand das süß und traurig zugleich, weil es so gut beschreibt, wie sehr die Angst, auf irgendeinen Trick hereinzufallen, die Menschen beherrscht. Ich habe ihr dann klar gemacht, dass, sollte ich mich irren oder etwas falsch recherchiert haben, ich auch keine Hemmungen hätte, dies offen zuzugeben.

Viele andere Menschen reagieren nach ähnlichen Mustern. Sie erzählen beispielsweise, dass sie auch nicht glauben, dass in der Politik immer alles ehrlich ablaufe. Dieses oder jenes sei bestimmt nicht so, wie die Medien erzählen, aber auf Verschwörungstheorien müsse man nun wirklich nicht einsteigen und somit Raum bieten. So, oder so ähnlich reden Menschen millionenfach. Dass fast jeder das gleiche sagt, stellen sie dabei nicht fest. Das Ganze gipfelt dann in Sätzen wie von Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 2. Februar 2021:

„Im Großen und Ganzen nichts schief gelaufen." 1

An solchen Sätzen stelle ich fest, dass unsere Gesellschaft eine ungeheure Denkblockade hat. Diese Blockade hindert die Menschen viele wichtige Zusammenhänge zu erkennen und sorgt dafür, dass die Mehrheit der Menschen dem Geschehen in der Welt begrifflos gegenüberstehen.

Welche unglaublichen Denkräume würden sich eröffnen, wenn sich diese Blockaden in flächendeckendem Ausmaße lösten? Welche unglaublich großen Denkräume würden sich eröffnen, wenn der Begriff Verschwörungstheorie einen positiven Wandel erfahren würde? Die Macht der Gedanken und der Sprache ist scheinbar grenzenlos.

Beginnen wir mit der Frage: Was ist eine Verschwörung? Eine Verschwörung ist eine geheime Absprache weniger Personen zu ihrem Vorteil und meist zum Nachteil aller Anderen. Derart viele mediale Beiträge triefen von Sachlichkeit: Fernsehbeiträge, Podcasts, Hausarbeiten von Studenten. Gebildete Menschen pathologisieren und dämonisieren die sogenannten Verschwörungstheorien. Von hetzerischen Framing-Beiträgen bis zu ernstzunehmenden akademischen Aufarbeitungen ist alles dabei. Die Kernthese lautet: Menschen verlieren sich in Theorien sowie ihren Bezug zur Gesellschaft. Das mag auch vielfach richtig sein. Mit Sicherheit beschäftigen sich manche Menschen mit Themen, an denen sie verzweifeln und vielleicht schenken sie auch falschen Meldungen Glauben und prägen ihr Weltbild dadurch. Aber das Ausmaß und die Gefahr für die Gesellschaft werden vollkommen überzogen dargestellt und haben nichts mit der Realität zu tun!

Dass sich Menschen im Geheimen zu ihrem eigenen Vorteil und Profit absprechen, kann sicher jeder leicht nachvollziehen. Dass dies vor allem dort geschieht, wo viel Macht konzentriert ist, leitet sich logisch ab. Und ob eine Verschwörung nicht nur in der Theorie existiert, muss natürlich von Fall zu Fall geprüft werden. Mittlerweile sind so viele Verschwörungspraktiken und Verschwörungsumstände öffentlich bekannt, dass es fast schon lächerlich wirkt, den Begriff Verschwörungstheorie immer noch für Informationen zu verwenden, die angeblich falsch oder erfunden sind. Ich möchte hier auf keine Beispiele eingehen, sondern nur sagen: Wirklich verwirrt ist die Haltung, zu denken es gäbe keine geheimen Absprachen, also Verschwörungen, denn diese hat eine komplett unscharfe Sicht auf wichtige Themen zur Folge. Denn dabei werden Machtverhältnisse und daraus resultierende Zusammenhänge komplett ausgeblendet. Mittlerweile verwenden die sogenannten Leitmedien sogar den Diffarmierungsbegriff „Verschwörungsideologe". Was nichts anderes bedeutet, als dass Verschwörungstheoretiker mit einer voreingenommenen Weltansicht an Themen herangehen, die nichts anderes als eine Verschwörung zulassen. Diese Bezeichnung stellt, ganz nach Oliver Janich, eine satanische Umkehr dar. Denn ist es doch der Mainstream, der dogmatische Weltbilder propagiert, und von vornherein geheime Absprachen der Eliten ausschließt. Es sind die Mainstream-Medien, die den Begriff psychologisch so stark emotional besetzen, dass die Leser, Zuschauer oder Zuhörer verängstigt sind. Letztere befürchten, an falsche Informationen zu glauben und dadurch eine Art Unzurechnungsfähigkeit oder Unmoralischsein attestiert zu bekommen und schlussendlich vielleicht sogar gesellschaftlich geächtet und ausgeschlossen zu werden. Häufig werden kontroverse Themen mit Humor und exzentrischen Übertreibungen überdeckt, zu irgendwelchen verrückt klingenden Inhaltsfetzen bestimmter Theorien. Was bleibt, ist eine unsichtbare, riesige Mauer die die Sicht auf Zusammenhänge blockert, die wiederum weite Teile der Bevölkerung unmöglich erfassen können, da auf diesen Themen so viel emotionale Energie lastet. Wenn sich Menschen öffnen und Themen anhören, die sie eigentlich anzweifeln, geben sie sogar manchmal zu, dass sie im Gesagten viel Wahrheitsgehalt erkennen. Allerdings befürchten sie oft – würden sie sich weiter damit beschäftigen –, depressiv zu werden…

Viele Menschen scheinen auch tatsächlich so angepasst und abhängig von dem derzeitigen System zu sein, dass sie es schützen und verteidigen, obwohl es ihnen schadet. Ich möchte abschließend dazu sagen, dass ich viele kritische, intelligente und belesene Verschwörungstheoretiker kennengelernt habe, die sehr gute Recherchen betreiben und dabei alle Eventualitäten zu den Teilen der Informationen, zu denen sie keinen Zugang haben, offen halten. Die Fähigkeit, offen zu bleiben bei allen Themen, ist die wichtigste, die man als Mensch haben kann. Die meisten „Verschwörungstheoretiker", mich selbst eingeschlossen, haben eine Art Enttäuschungsprozess, manchmal auch als Aufwachprozess bezeichnet, durchgemacht. Denn beim Recherchieren und Studieren von möglichen Verschwörungen muss man irgendwann erkennen, dass wichtige gesellschaftliche Rahmenerzählungen, an die man fest geglaubt hat, weil sie in Schulen und Universitäten vermittelt werden, schlichtweg unwahr sind und nichts mit der eigentlichen Realität zu tun haben.

Ende der Täuschung

Doch die Enttäuschung hat etwas sehr Gutes, und zwar hat die Täuschung dann ein Ende…

Ich möchte jeden darauf aufmerksam machen, dass der Begriff im Grunde völlig falsch belegt ist. Jeder ist in der Lage, Informationen mit Offenheit, kritischem Medienkonsum und ein wenig Eigenrecherche zu überprüfen und sich eine eigene Meinung zu bilden, die auf einem stabilen Fundament fußt. Die einzig wirre und wahnwitzige Verschwörungstheorie ist, dass es im Internet von antisemitischen Rattenfängern wimmelt, die durch kostenlose Vorträge reich werden wollen, in denen sie zur Vertiefung der Themen ihre Bücher bewerben. Durch Sachbücher wird so schnell niemand reich. Beim genaueren Nachdenken ist diese Theorie wirklich zum Schmunzeln.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich, wie viele andere, durch die Kriegslügen auf Verschwörungstheorien aufmerksam geworden bin. Über Monate habe ich stundenlang Vorträge von Daniele Ganser angehört und Angst gehabt, dieser würde mich vielleicht reinlegen wollen. Nach einiger Zeit und gründlichem Zuhören und Überprüfen des Gesagten bin ich beruhigt und höre seine gehaltvollen Vorträgen immer wieder gerne. Ich kann jeden, der Angst hat, auf eine falsche Verschwörungstheorie hereinzufallen, nur besänftigen: Du wirst es früher oder später anhand von anderen Informationen abgleichen können oder offen lassen müssen. Im schlimmsten Fall muss man Mut beweisen und zugeben, dass man sich geirrt hat.

Die Zitate dieser einflussreichen Männer finde ich besonders aufschlussreich:

„There is a class warfare, all right, but it’s my class, the rich class, that’s making war, and we’re winning." „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, der Reichen die Krieg führt und wir gewinnen",

sagte Waren Buffet, Großinvestor, CEO bei Berkshire Hathaway in der New York Times am 26. November 2006.

„Wir beschließen etwas, stellen es dann in den Raum und warten einige Tage ab, was passiert. Wenn es kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein zurück mehr gibt.",

äußerte Jean-Claude-Juncker, der ehemalige Präsident der europäischen Kommission und belgischer Politiker im Spiegel am 27. Dezember 1999.

„Und das ist der vielleicht spannende Schritt, den wir Europäer ja schon gewohnt sind. Wir haben lauter Souveränität an die europäische Kommission abgegeben. Manchmal sind wir sauer darüber, aber wir haben es gemacht und andere Länder sind daran überhaupt noch nicht gewöhnt und wenn man eine wirkliche Weltordnung haben will, eine globale, politische Ordnung, dann wird man nicht umhin kommen, an einigen Stellen auch Souveränität, Rechte an Andere abzugeben, das heißt, dass andere internationale Organisationen uns dann bestrafen, wenn wir irgendwas nicht einhalten. Davor schrecken viele Länder noch zurück. Das ist aus meiner Sicht ein wirklicher, kultureller Prozess den wir durchlaufen müssen",

so Angela Merkel am 4. Juni 2011 am evangelischen Kirchentag in Dresden.

Gespräch zwischen Frank-Markus Barwasser und dem deutschen Bundesinnenminister Horst Seehofer in der Sendung „Pelzig unterhält sich", vom 20. Mai 2010:

Barwasser: „Wie entscheiden Sie denn, wem Sie was glauben?"

Seehofer: „Ich versuch, nach dem gesunden Menschenverstand zu entscheiden, denn es ist so, wie Sie sagen: Die, die entscheiden, sind nicht gewählt und die, die gewählt sind, haben nichts zu entscheiden."

Zu guter Letzt möchte ich nochmal die Frage in den Raum stellen: Was werden wir für unendlich große, gedankliche Räume aufstoßen, wenn wir die sprachlich-emotionale Vorbelastung alleine des Begriffs „Verschwörungstheorie" – in einem kollektiveren Ausmaß als bisher – erkennen und begreifen und uns nicht von abstrakten Denk-Barrieren den Weg zu Informationen und wichtigen Zusammenhängen versperren lassen?


  1. www.tagesspiegel.de/politik/merkel-verteidigt-impfstart-im-grossen-und-ganzennichts-schief-gelaufen/26877326.html